So wie es aussieht ist Großbritannien draußen. Für mich war und ist von meinem 16. Lebensjahr die Idee der „Vereinigten Staaten von Europa“ eine echte politische Zielsetzung. Der Brexit ist ein herber Rückschlag. Als Jugendlicher hatte ich von dieser Idee gehört und war von Anfang an davon begeistert. Klar, ein vereinigtes Europa, das war es doch. Kein Krieg, Wohlfahrt für alle, keine Grenzkontrollen , alles das waren damals die Beweggründe für mich dafür zu sein. Es gab damals die kleine überschauliche EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft). So kurz nach dem 2. Weltkrieg erschien mir das die Möglichkeit zu sein, für die Zukunft etwas positives bewegen zu können. Und dann ging es ja auch los. Wirtschaftlich gesehen ging es den beteiligten Staaten alles in allem immer besser. Die EWG wurde in eine EU umbenannt, als immer mehr Staaten dieser Gemeinschaft beitraten. Es kam das europäische Parlament. Wir Bürger konnten wählen. Aber schon da wurde die Lunte gelegt, die heute zum Austritt der Briten geführt hat. Das EU-Parlament wurde nicht wirklich ein Parlament mit Entscheidungsbefugnissen wie zum Beispiel der Bundestag. Zu sehr hatten die einzelnen Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, das Bedürfnis, diesem EU-Parlament nicht eine solche Machtbefugnis zu geben. Die EU-Kommission, also die Regierungschefs der einzelnen Mitgliedsländer, hatte und hat noch heute bei den wichtigsten Entscheidungen das letzte Wort. Allzuschnell hatten wir EU-Einheits-Befürworter vergessen, dass die EU als eine Wirtschaftsgemeinschaft geplant und angelegt ist. Von einer echten politischen Gemeinschaft, die sich darum bemühen sollte, die „Vereinigten Staaten von Europa“ zu gründen, war allenfalls nur in den Hinterzimmern Brüssels die Rede, aber nicht wirklich in den einzelnen Staaten selbst. Und dann geschah das, was in solchen Fällen häufig geschieht. Die EU wuchs und arbeitete weiter, ohne sich darüber ernsthaft Gedanken zu machen, was mal eines Tages aus ihr werden sollte. Und jetzt zeigt sich, dass das nicht sehr geschickt war. – Joachim F. Gogoll -

Dazu auch die neue Oton Juni 2016

Oton2016juni

Nun geht es auf den 23.6. zu, der Tag, an dem die Briten über ihren Verbleib oder ihren Austritt abstimmen sollen. Welch ein Wahnsinn!!! Schon vergessen? Europa bis 1945? Krieg, Wirtschaftskrisen, jeder für sich und gegen alle.

Und danach? Zusammenarbeit auf wirtschaftlicher Ebene, Grenzen abgebaut, Völkerverständigung in der EU, Wiedervereinigung, weil auch unsere Nachbarn zugestimmt haben.

Und dann: Entsolidarisierung auf breiter Front – nur wegen des Geldes!!! Neoliberale Katastrofenökonomie treibt die Welt und damit auch Europa in die wirstchaftliche Krise, Europa versucht sich durchzulavieren, bisher gelingt das so lala, aufkommender Nationalismus und Rechtsradikalismus als Folge von Terror , Krieg und Flüchtlingsströmen. Jeder ist sich selbst der nächste. Gefahr eines Rückfalls auf Vor-EU-Zeiten wegen eines geistigen Tieffliegertums und eines grenzenlosen Egoismus der beteiligten Menschen und Länder. Wie dumm ist das denn? Ich fasse es nicht!!!

Ich bin Europäer und bleibe es auch. Ich werde für Europa eintreten und kämpfen, solange ich kann. Es gibt für mich keine Alternative. Europa ist nicht alles, aber ohne die EU sind wir alle nichts. Was glauben die Dumpfbacken von EU Gegnern in allen Ländern eigentlich, wie wir ohne eine starke EU die wachsenden wirtschaftlichen Probleme meistern sollen? Jeder für sich allein gegen den Rest der Welt? Was denken die  Anwärter auf einen Gehirnschrittmacher eigentlich, was wirtschaftliche Supermächte wie die USA und China, wie Indonesien und ein wirtschaftlich erstarkendes Indien mit den einzelnen Ländern Europas machen werden, wenn die EU nicht mehr existierenden sollte? Denken die überhaupt? Ich zweifele daran stark.

Joachim F. Gogoll

 

Zum Lesen der Oton bitte “Publikationen/Flyer” anklicken

 

 

Zum Lesen des Flyers “Publikationen/Flyer” anklicken