Ich befürchte nur, dass dieser neoliberale Ökonom seinen Einfluss in der Presselandschaft und den Talkshows behalten wird. Und das ist in meinen Augen eine Katastrophe. Warum? Sinn hat als Ökonom die Mitverantwortung zu tragen, dass seine Denkungsweise bis heute bei den meisten deutschen Politikern innerlich verankert ist. Dieses führt in schöner Regelmäßigkeit dazu, dass einen Tag nachdem seine Thesen in der Öffentlichkeit bekanntgegeben wurden, diese dann fast reflexartig von der Politik als richtig übernommen wurden. Wohin das führt, wenn ökonomische Analphabeten, die häufig in der Politik anzutreffen sind, diese Sinn-Thesen als richtig und alternativlos bezeichnen, sehen wir zur Zeit an der Krise unseres markwirtschaftlichen Systems. Oder sollte ich besser sagen: an der Krise des kapitalistischen Systems? - Joachim F. Gogoll -

Es quietscht schon länger ganz gewaltig. Der Zustand vieler Straßen und Brücken, gerade hier in NRW, ist fast katastrophal zu nennen. Instandhaltung auf niedrigstem Niveau. Die Folge: Brückensperrungen und riesige Staus. Wir verschieben also die Kosten in die Kassen der nächsten Generationen, damit wir heute Schulden abbauen können. Erinnern wir uns: Paris, der Terroranschlag auf Charli Hebdo. 80000 (in Worten: achtzigtausend) Polizisten waren in unserem Nachbarland auf der Jagd nach den Terroristen. Wenn so etwas hier in Deutschland passieren würde, hätten wir hier auch nicht ansatzweise soviele Polizisten, die die Terroristen hätten jagen können. Einer der Gründe dafür ist der Sparzwang, der die Länder zwingt, auch bei der Polizei Personal einzusparen. Es gibt zuviele, die von Volkswirtschaft glauben etwas zu verstehen, weil sie einen Betrieb kaufmännisch führen können und dabei offenbar nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass ein Staat kein Betrieb ist und auch so nicht geführt werden kann. Ein Staat hat ganz andere Aufgaben. Natürlich muss er mit Geld besonnen umgehen. Aber er hat unter anderem auch eine Fürsorgepflicht für seine Bürger und muss daher vorrauschauend planen und Infrastruktur erhalten. Das ist aber für viele offensichtlich zu schwer zu verstehen. Ich habe den Eindruck: je weniger Ahnung, desto lauter das Getöse, wenn es darum geht, den Staat zum Sparen zu zwingen. Der gesetzlich verankerte Zwang zu sparen und bis 2020 ausgeglichene Haushalte erreichen zu müssen, wird dazu führen, dass entweder die Regierungen gegen die Verfassung verstoßen, wenn sie z. B. für die Daseinsvorsorge mehr Geld ausgeben müssen oder aber den Staat, also uns, am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Das Gejammere, dann vor allen Dingen in der Mittelschicht, möchte ich hören, wenn  z. B. die Kosten für die Instandhaltung der Infrastruktur in den einzelnen Straßen, durch die Anlieger aufgebracht werden sollen. -Joachim F. Gogoll-

Auch wenn die Presse eine falsche Teilnehmerzahl (130 Zuhörerin) ihrem Artikel veröffentlicht hat – es waren 157, ich habe sie gezählt -, herrschte teilweise atemlose Stille im Saal, als Professor Bontrup über TTIP als Krönung neoliberalen Denkens referierte. Sein Ausflug zum Beginn neoliberalen Denkens und Wirtschaftens war beeindruckend, zumal sehr deutlich wurde, wohin das Ganze bisher geführt hätte und durch TTIP noch führen wird. TTIP-CETA und TiSA würden, wenn sie in Kraft träten, die Demokratien der einzelnen beteiligten Staaten zu Gunsten der Wirtschaft zerstören. Deutlich wurde durch den Vortrag auch, dass diese Freihandels und Dienstleistungsverträge die Umverteilung des Vermögens von unten nach oben beschleunigen würden. Sein besonderes Augenmerk richtete er auch auf die bisherigen politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland. Angesichts der derzeitigen im größer werdenden Spaltung zwischen Arm und Reich, fragte er sich, wie lange die Menschen den neoliberalen sogenannten “Experten” noch auf den Leim gehen würden. Bisher könne man nur eine Zunahme von Resignation in der Gesellschaft feststellen, die sich teilweise durch Wahlenthaltung äußere, weil sich diese Menschen schon lange nicht mehr in der Politik genügend repräsentiert fühlten. TTIP , CETA und TiSA würden diesen Prozess noch verstärken.

Die anschließende Diskussion zwischen Professor Bontrup und den Zuhöreren war intensiv und informativ für die meisten. Die äußerst erfolgreiche Veranstaltung endete erst spät um 22.20 Uhr. -Joachim F. Gogoll-

 

Von 2016 an wird einmal im Monat die Oton erscheinen. In dieser kleinen “Zeitung” werden wir die wichtigen Themen, mit denen sich Attac-COE beschäftigt aufnehmen und über den Stand der Arbeit innerhalb der Gruppe berichten.

Hier geht es zur Oton2016januar

 

Nähere Infos auf diesem Flyer Vortrag Dr. Bontrup Januar 2016

2015 war in meinen Augen das besch… Jahr seit langem. Alles wofür wir uns in den letzten Jahren eingesetzt haben, geht so langsam scheinbar den Bach runter. Die neoliberale Wirtschaft zerstört auf ihrem Kurs ins Verderben die Solidarität mit den Armen und  Unterpriveligierten dieser Welt. Erst der Krieg in der Ukraine, dann die planmäßige Unterwerfung der linken Regierung Griechenlands unter das Diktat des Marktes, dann das Wachsen der  nationalistischen und rassistischen Gruppierungen und Parteien in Europa, mit dem Drang die EU zerstören zu wollen, dann dieser islamistische Terror im Nahen Osten und in Europa, dann diese unsäglichen rassistischen Demos der geistigen Tiefflieger der sogenannten PEGIDA, das Aufleben der faschistischen Strömungen in Deutschland, und mittendrin die zunehmende Gewaltbereitschaft dieser braunen Pest, die man landläufig als Nazis bezeichnen kann, gegen Flüchtlingsheime, linke Politiker und linke Gruppen. Ich sage es allen vorgenannten Nichtdemokraten deutlich:  Menschlichkeit, Solidarität und Brüderlichkeit, Demokratie und Frieden werdet ihr niemals zerstören können. Dafür sind wir zuviele.

Mit absoluter Verachtung für alle Vollpfosten dieser Erde und dem Willen lieber aufrecht zu gehen, als vor euch auf dem Boden zu kriechen, je suis Charlie

Joachim F. Gogoll